IT-Forum IHK Bonn/Rhein-Sieg: Aktuelles https://it-forum.ihk-bonn.de/ IT-Forum der IHK Bonn/Rhein-Sieg de IT-Forum IHK Bonn/Rhein-Sieg: Aktuelles https://it-forum.ihk-bonn.de/fileadmin/templatesitforum/img/logo_print.png https://it-forum.ihk-bonn.de/ 129 96 IT-Forum der IHK Bonn/Rhein-Sieg TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Tue, 18 Jul 2017 08:12:39 +0200 Vereinbarkeit in Zeiten der Digitalisierung https://it-forum.ihk-bonn.de//nc/aktuelles/ihk-meldungen/meldung/article/vereinbarkeit-in-zeiten-der-digitalisierung.html Menschen befähigen - Wirtschaft stärken Die Digitalisierung oder Arbeit 4.0 verändert unser Leben und die Art und Weise wie wir arbeiten. Nahezu alle Bereiche im Arbeitsalltag sind davon betroffen von der Arbeitsorganisation bis hin zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Viele Unternehmen fragen sich, welche Veränderungen für sie mit der Digitalisierung einhergehen und wie sie selbst den Umwandlungsprozess mitgestalten können.

Schlüsselfaktor bei der Vereinbarkeit: Zeit

Familienfreundlichkeit ist mittlerweile ein anerkannter Baustein zur Fachkräftesicherung und damit eng verbunden mit der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Dabei sind Lösungen gefragt, wie Beschäftigte bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie nachhaltig unterstützt werden können. Ein wichtiger Schlüssel bei der Frage nach Verbesserungen von familienfreundlichen Angeboten und dem immer häufiger geäußerten Wunsch vieler (junger) Eltern nach einer partnerschaftlichen Aufteilung der Arbeit, ist der Faktor Zeit.

Hier kommt die Digitalisierung ins Spiel, denn digitalisierte Prozesse helfen in vielerlei Hinsicht, Zeit zu sparen und bieten den Beschäftigten neue Lösungen und Unterstützung bei ihrer alltäglichen Koordination von Berufs- und Familienleben. „Aktuelle Studien belegen, dass gerade die am Arbeitsmarkt nachrückenden Generationen von ihren Arbeitgebern ´maßgeschneiderte´ Angebote zur Vereinbarkeit erwarten, denn sie setzen ein erfülltes Privatleben für gute Leistungen im Beruf voraus“, erläutert Kirsten Frohnert, Projektleiterin des Netzwerkbüros „Erfolgsfaktor Familie“. Diese Tatsache könne besonders für kleine und mittlere Unternehmen herausfordernd sein, denn ihr personalpolitischer Gestaltungsspielraum sei manchmal – z. B. hinsichtlich des Vertretungsmanagements – begrenzter.

Neue Wege durch digitale Prozesse

Um neue, durch digitale Prozesse unterstützte Wege einzugehen, braucht es einen systematischen Blick auf das Personalmanagement und Arbeitsprozesse, die Kommunikation und Transparenz im Unternehmen, die Unterstützung der Führungskräfte – und eine Portion Mut, Veränderungen anzugehen. Mobiles Arbeiten oder Homeoffice-Lösungen beispielsweise ermöglichen eine zeitliche Flexibilisierung des Arbeitslebens für Männer und Frauen und machen so eine partnerschaftliche Aufgabenteilung möglich. Die Digitalisierungsstudie 2016 des Bundesfamilienministeriums zeigt auf, dass für die Beschäftigten, die ab und zu im Homeoffice arbeiten im Schnitt 4,4 Stunden pro Woche mehr zur Verfügung stehen. Beschäftigte, die regelmäßig im Homeoffice arbeiten, sparen pro Woche 6,2 Stunden. 80 Prozent investieren die „gesparte“ Zeit in die Familie und Kinder, 70 Prozent in den Haushalt und ein Drittel sorgt mit der Zeit für die Entlastung der berufstätigen Partnerin oder des berufstätigen Partners.

Dabei ist für Kisten Frohnert besonders wichtig, alle Beteiligten einzubeziehen: „Wir müssen unseren Blick in den Betrieben darauf richten, sowohl Führungskräfte als auch Beschäftigte zu befähigen, durch Führen auf Distanz mit neuen Gestaltungsspielräumen umzugehen, miteinander über Team- und Abteilungsgrenzen hinweg zu kommunizieren oder Arbeitsprozesse im Team immer wieder neu auszuhandeln.“

Neue Maßnahmen können beispielsweise in Pilotprojekten oder einzelnen Abteilungen nach und nach auf praktische Machbarkeit getestet werden – auch um mögliche Vorbehalte im Unternehmen abzubauen. Führungskräfte können dabei neue Wege und Tools ausprobieren und diese genauso wieder fallenlassen, wenn sich herausstellt, dass sie nicht zum Ziel führen. Eine Ausweitung auf andere Betriebsbereiche ist nach erfolgreicher Erprobung möglich, neue Regeln z.B. für den „guten Umgang“ mit mobilem Arbeiten können betriebsweit eingeführt werden.

Um mit der Digitalisierung in Unternehmen erfolgreich zu sein, bedarf es einer glaubwürdigen Verankerung des Familienbewusstseins in der Unternehmenskultur: „Ein Kulturwandel ist nicht mit einem Schlag gemacht, sondern braucht Förderung und langen Atem. Über verschiedene Kommunikationswege und glaubwürdige Berichterstattung kann die Nachfrage gestärkt und Feedback der Beschäftigten eingeholt werden. Und auch das bedeutet Führen in Zeiten der Digitalisierung: Mitarbeitende mitnehmen und für neue Wege begeistern, indem man sie beteiligt und mitgestalten lässt“, so Frohnert.

Infoblock zum Unternehmensnetzwerk Erfolgsfaktor Familie

Starker Partner für Unternehmen ist das Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ – mit über 6.500 Unternehmen Deutschlands größtes Netzwerk zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Als gemeinsame Initiative des Bundesfamilienministeriums und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages setzt es sich dafür ein, dass Familienfreundlichkeit zum Markenzeichen der deutschen Wirtschaft wird. Es unterstützt seine Mitglieder mit informativen Veranstaltungen vor Ort sowie ausführlichen Informationen zu verschiedenen Themenbereichen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie über Broschüren sowie online unter www.erfolgsfaktor-familie.de/netzwerken

Infoblock zu Studien

Digitalisierung – Chancen und Herausforderungen für die partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf, 2016, Hrsg.: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend / Unternehmensprogramm „Erfolgsfaktor Familie“

„Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2016“, Hrsg.: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln

Familienfreundliche Arbeitswelt im Zeichen der Digitalisierung. Befunde auf Basis des Unternehmensmonitors Familienfreundlichkeit 2016, IW-Trends 4. 2016

"Renditepotenziale der NEUEN Vereinbarkeit“, 2016, Hrsg.: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend/ Unternehmensprogramm „Erfolgsfaktor Familie“

Autorin:
Corinna Schwedhelm
Netzwerkbüro "Erfolksfaktor Familie"

Quelle:
DIHK Artikeldienst vom 18.07.2017
11052 Berlin

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IHK-Meldungen Tue, 18 Jul 2017 08:12:39 +0200
EU-Datenschutzgrundverordnung - Was Unternehmen künftig im Datenschutz beachten müssen https://it-forum.ihk-bonn.de//nc/aktuelles/ihk-meldungen/meldung/article/eu-datenschutzgrundverordnung-was-unternehmen-kuenftig-im-datenschutz-beachten-muessen.html Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) ist zum 25.05.2016 in Kraft getreten. Sie regelt den...
Die DS-GVO enthält eine Übergangsfrist bis zum 25.05.2018. Bis dahin müssen Unternehmen ihre Prozesse an die neuen, höheren Anforderungen anpassen. Das betrifft insbesondere die Einführung bzw. Aktualisierung eines Datenschutzmanagements. Da Datenschutz und Datensicherheit durch die DS-GVO sehr eng verknüpft sind, müssen auch beide Aspekte bei dem Management berücksichtigt und abgebildet werden. Der Vorteil für deutsche Unternehmen ist, dass viele der neuen Anforderungen schon bekannt sind. So war die Führung eines Verfahrensverzeichnisses bereits nach dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) verpflichtend, gleiches gilt für die Vorabkontrolle. Dennoch haben sich auch bei diesen Instrumenten Änderungen ergeben – nicht nur bei der Bezeichnung, sondern auch inhaltlich, die es zu berücksichtigen gilt.

Der Grundsatz der Verantwortlichkeit für das Unternehmen, das personenbezogene Daten verarbeitet, wird durch eine ausdrücklich geregelte Rechenschaftspflicht verdeutlicht, die sich auch in den Bußgeldern bis max. 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes niederschlägt. Es lohnt sich also, sich mit den neuen Herausforderungen des Datenschutzes zu beschäftigen.

Hinzu kommt die Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG), die noch für diese Legislaturperiode geplant ist, damit sie zeitgleich mit der DS-GVO in Kraft treten kann. Das BDSG versucht, aufgrund der zahlreichen Öffnungsklauseln der DS-GVO Erleichterungen für die Wirtschaft aus dem „alten“ BDSG hinüberzuretten wie z. B. Regelungen für Auskunfteien und Scoring.

Was ist zu tun?
Der Zeitraum bis zum 25.05.2018 ist nicht mehr lang! Zunächst sollte eine Bestandsaufnahem gemacht werden: Was ist an datenschutzrechtlichen Maßnahmen im Unternehmen vorhanden? Sind sie mit der DS-GVO kompatibel? Wurde z. B. bei den Einwilligungen, die von Kunden und anderen Personen für die Verarbeitung personenbezogener Daten eingeholt wurden, auf ein jederzeitiges Widerspruchsrecht hingewiesen? Falls nicht, müsste dies nachgeholt werden.

Werden besonders umfangreich Daten verarbeitet oder werden hierfür besondere Techniken eingesetzt, die die Rechte der betroffenen Person besonders gefährden, ist eine Risikobewertung im Rahmen einer Datenschutz-Folgenabschätzung notwendig. Diese muss bei vorhandenen Verarbeitungen nachgeholt werden.

Wie sieht es mit den Vereinbarungen zur Verarbeitung personenbezogener Daten im Auftrag aus? Sind mit den IT-Dienstleistern solche Vereinbarungen geschlossen worden? Falls ja, müssen auch sie überprüft werden: Genügen die technisch-organisatorischen Maßnahmen bei dem Dienstleister den Anforderungen an das Schutzniveau der Daten? Auch hier muss eine Risikobewertung durchgeführt werden. Falls solche Vereinbarungen bisher nicht geschlossen wurden, sollten sie jetzt bereits unter Beachtung des neuen Rechts formuliert werden.

Entsprechen Informationen über die Datenverarbeitung auf den Internetseiten den Informationsvorgaben der DS-GVO? Der Transparenz wird große Bedeutung zugemessen. Insofern ist zu prüfen, wie umfangreich eine öffentliche Information über die wesentlichen Verarbeitungen personenbezogener Daten erfolgen kann, um den Betroffenenrechten auf Information dadurch Genüge zu tun.

Die bereits erwähnte Nachweispflicht verlangt, dass die notwendigen Dokumente und Prozesse zur Einhaltung der DS-GVO nachweisbar vorhanden sind und eingehalten werden. Zudem gehört zu einem Datenschutzmanagement, dass es eindeutige Regeln gibt, wer welche Rolle in den Ablaufprozessen spielt: Gibt es einen Prozess zur Einholung, Dokumentation von Einwilligungen, der mit eventuell eingehenden Widersprüchen verknüpft ist? Wie und von wem werden Auskunftsersuchen beantwortet? Wie werden Verletzungen von Datenschutzrechten („Datenpannen“/IT-Sicherheitsvorfälle) innerbetrieblich behandelt?  Für die Beantwortung solcher Fragen bieten sich Richtlinien an, die auch im Rahmen eines Compliance-Managements erlassen werden können, oder eine Verknüpfung mit einem vorhandenen Qualitätsmanagement.

Verantwortlichkeit liegt bei Geschäftsleitung
Eindeutig ist, dass die Leitung des Unternehmens die Verantwortung trägt. Sie ist nicht auf einen betrieblichen Datenschutzbeauftragten delegierbar. Seine Aufgabe - unabhängig davon, ob er ein Mitarbeiter ist oder ein Externer – besteht zukünftig im Wesentlichen in der Überwachung der Prozesse auf ihre datenschutzrechtliche Zulässigkeit und der Beratung z. B. bei der Datenschutz-Folgenabschätzung. In der Praxis wird der betriebliche Datenschutzbeauftragte vielleicht einige Aufgaben aus den neuen Anforderungen übernehmen, aber eine eigene Verantwortung für die Vereinbarkeit mit der DS-GVO ergibt sich daraus nicht.

Informationen und Beratungen zu den neuen Herausforderungen des Datenschutzes halten die Industrie- und Handelskammern bereit. Autor:
Annette Karstedt-Meierrieks, DIHK e. V.
Breite Str. 29

10178 Berlin Quelle:
DIHK Artikeldienst vom 21.04.2017


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IHK-Meldungen Mon, 24 Apr 2017 07:50:00 +0200