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Meldung
18.07.2017

Vereinbarkeit in Zeiten der Digitalisierung

Menschen befähigen - Wirtschaft stärken

Die Digitalisierung oder Arbeit 4.0 verändert unser Leben und die Art und Weise wie wir arbeiten. Nahezu alle Bereiche im Arbeitsalltag sind davon betroffen von der Arbeitsorganisation bis hin zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Viele Unternehmen fragen sich, welche Veränderungen für sie mit der Digitalisierung einhergehen und wie sie selbst den Umwandlungsprozess mitgestalten können.

Schlüsselfaktor bei der Vereinbarkeit: Zeit

Familienfreundlichkeit ist mittlerweile ein anerkannter Baustein zur Fachkräftesicherung und damit eng verbunden mit der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Dabei sind Lösungen gefragt, wie Beschäftigte bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie nachhaltig unterstützt werden können. Ein wichtiger Schlüssel bei der Frage nach Verbesserungen von familienfreundlichen Angeboten und dem immer häufiger geäußerten Wunsch vieler (junger) Eltern nach einer partnerschaftlichen Aufteilung der Arbeit, ist der Faktor Zeit.

Hier kommt die Digitalisierung ins Spiel, denn digitalisierte Prozesse helfen in vielerlei Hinsicht, Zeit zu sparen und bieten den Beschäftigten neue Lösungen und Unterstützung bei ihrer alltäglichen Koordination von Berufs- und Familienleben. „Aktuelle Studien belegen, dass gerade die am Arbeitsmarkt nachrückenden Generationen von ihren Arbeitgebern ´maßgeschneiderte´ Angebote zur Vereinbarkeit erwarten, denn sie setzen ein erfülltes Privatleben für gute Leistungen im Beruf voraus“, erläutert Kirsten Frohnert, Projektleiterin des Netzwerkbüros „Erfolgsfaktor Familie“. Diese Tatsache könne besonders für kleine und mittlere Unternehmen herausfordernd sein, denn ihr personalpolitischer Gestaltungsspielraum sei manchmal – z. B. hinsichtlich des Vertretungsmanagements – begrenzter.

Neue Wege durch digitale Prozesse

Um neue, durch digitale Prozesse unterstützte Wege einzugehen, braucht es einen systematischen Blick auf das Personalmanagement und Arbeitsprozesse, die Kommunikation und Transparenz im Unternehmen, die Unterstützung der Führungskräfte – und eine Portion Mut, Veränderungen anzugehen. Mobiles Arbeiten oder Homeoffice-Lösungen beispielsweise ermöglichen eine zeitliche Flexibilisierung des Arbeitslebens für Männer und Frauen und machen so eine partnerschaftliche Aufgabenteilung möglich. Die Digitalisierungsstudie 2016 des Bundesfamilienministeriums zeigt auf, dass für die Beschäftigten, die ab und zu im Homeoffice arbeiten im Schnitt 4,4 Stunden pro Woche mehr zur Verfügung stehen. Beschäftigte, die regelmäßig im Homeoffice arbeiten, sparen pro Woche 6,2 Stunden. 80 Prozent investieren die „gesparte“ Zeit in die Familie und Kinder, 70 Prozent in den Haushalt und ein Drittel sorgt mit der Zeit für die Entlastung der berufstätigen Partnerin oder des berufstätigen Partners.

Dabei ist für Kisten Frohnert besonders wichtig, alle Beteiligten einzubeziehen: „Wir müssen unseren Blick in den Betrieben darauf richten, sowohl Führungskräfte als auch Beschäftigte zu befähigen, durch Führen auf Distanz mit neuen Gestaltungsspielräumen umzugehen, miteinander über Team- und Abteilungsgrenzen hinweg zu kommunizieren oder Arbeitsprozesse im Team immer wieder neu auszuhandeln.“

Neue Maßnahmen können beispielsweise in Pilotprojekten oder einzelnen Abteilungen nach und nach auf praktische Machbarkeit getestet werden – auch um mögliche Vorbehalte im Unternehmen abzubauen. Führungskräfte können dabei neue Wege und Tools ausprobieren und diese genauso wieder fallenlassen, wenn sich herausstellt, dass sie nicht zum Ziel führen. Eine Ausweitung auf andere Betriebsbereiche ist nach erfolgreicher Erprobung möglich, neue Regeln z.B. für den „guten Umgang“ mit mobilem Arbeiten können betriebsweit eingeführt werden.

Um mit der Digitalisierung in Unternehmen erfolgreich zu sein, bedarf es einer glaubwürdigen Verankerung des Familienbewusstseins in der Unternehmenskultur: „Ein Kulturwandel ist nicht mit einem Schlag gemacht, sondern braucht Förderung und langen Atem. Über verschiedene Kommunikationswege und glaubwürdige Berichterstattung kann die Nachfrage gestärkt und Feedback der Beschäftigten eingeholt werden. Und auch das bedeutet Führen in Zeiten der Digitalisierung: Mitarbeitende mitnehmen und für neue Wege begeistern, indem man sie beteiligt und mitgestalten lässt“, so Frohnert.

 

Infoblock zum Unternehmensnetzwerk Erfolgsfaktor Familie

Starker Partner für Unternehmen ist das Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ – mit über 6.500 Unternehmen Deutschlands größtes Netzwerk zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Als gemeinsame Initiative des Bundesfamilienministeriums und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages setzt es sich dafür ein, dass Familienfreundlichkeit zum Markenzeichen der deutschen Wirtschaft wird. Es unterstützt seine Mitglieder mit informativen Veranstaltungen vor Ort sowie ausführlichen Informationen zu verschiedenen Themenbereichen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie über Broschüren sowie online unter www.erfolgsfaktor-familie.de/netzwerken

Infoblock zu Studien

Digitalisierung – Chancen und Herausforderungen für die partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf, 2016, Hrsg.: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend / Unternehmensprogramm „Erfolgsfaktor Familie“

„Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2016“, Hrsg.: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln

Familienfreundliche Arbeitswelt im Zeichen der Digitalisierung. Befunde auf Basis des Unternehmensmonitors Familienfreundlichkeit 2016, IW-Trends 4. 2016

"Renditepotenziale der NEUEN Vereinbarkeit“, 2016, Hrsg.: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend/ Unternehmensprogramm „Erfolgsfaktor Familie“

Autorin:
Corinna Schwedhelm
Netzwerkbüro "Erfolksfaktor Familie"

Quelle:
DIHK Artikeldienst vom 18.07.2017
11052 Berlin

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